Prozessbezogene Kreativitätstechniken von A - D

Von ABC-Listen bis zu Droodles

Die unten dargestellten prozessbezogenen Kreativitätstechniken  (PKT) eignen sich insgesamt für die Bereiche Managementtraining und Kreativitätstraining, falls Sie in Ihrer Funktion als Personalverantwortliche oder Personalverantwortlicher mit der Mitarbeiterführung betraut sind, für das Projektmanagement, falls Sie über einen angeschlossenen Zeitraum hinweg ein Vorhaben aufzubauen und abzuwickeln haben, für die Teamentwicklung, falls Sie Ihr Team gezielt noch kreativer werden lassen möchten und für  das berufliche Coaching von Einzelpersonen, falls Sie und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Erfahrungen mit diesen Methoden machen wollen, um sie im Selbstmanagement einzusetzen. Viele dieser Techniken könnten Sie auch interessieren, falls Sie eine Existenzgründung planen.

Darüber hinaus bieten sich für das berufliche Coaching von Einzelpersonen zusätzlich noch die verhaltensbezogenen Kreativitätstechniken (VKT) von A - Z zur Weiterentwicklung der kreativen Persönlichkeit an, insbesondere, wenn Sie in einem kreativen oder künstlerischen Beruf tätig sind. Diese finden Sie entweder in der Mitte der Seite des Menüpunktes Kreativitätstechniken oder ganz unten auf der Seite des Menüpunktes Coaching.

A wie ABC-Listen (nach Vera Birkenbihl)

Diese Technik gehört zu den intuitiv-phantasieanregenden Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Ideenfindung innerhalb des kreativen Prozesses, indem zu einer gegebenen Aufgabenstellung einzeln oder in einer Gruppe schriftlich eine Blanko-Alphabeth-Liste mit Lösungsideen von A - Z ausgefüllt wird. Dies kann mit und ohne Zeitvorgabe durchgeführt werden.

A wie ABC-Szenarien (engl. Analyse Best Cases)

Diese Technik gehört zu den intuitiv-phantasieanregenden Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Ideenfindung innerhalb des kreativen Prozesses, indem sie in Bezug auf eine zu lösende Aufgabe oder ein Problem idealtypische positive Beispiele sammelt und analysiert, nach dem Motto: Was würde im besten Falle geschehen? Ihr Gegenteil ist sind die Analyse Worst Case-(AWC-)oder Horror-Szenarien, also die Sammlung der typisch negativen Beispiele nach dem Motto: Was würde im schlimmsten Falle geschehen.

A wie Ablaufanalyse (Flussdiagramm)

Diese Technik gehört zu den logisch-analytischen Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Problemformulierung innerhalb des kreativen Prozesses und ist eine klassische Problemanalysetechnik mit anschließender Ideenfindung. Das Problem wird verlaufsartig dargestellt bzw. auch grafisch entsprechend dargestellt. Dann wird hinterfragt, welche Handlungs- und Verfahrensabläufe stattfinden und wie sich der Informationsfluss innerhalb des Systems gestaltet.  Anschließend werden die vorhandenen Schwachstellen anlysiert und dann darauf bezogene Lösungsansätze formuliert, um die vorhandenen Schwachstellen im Sinne des zu erreichenden Zieles zu verringern.

A wie action-painting

Diese Technik gehört zu den freien gestalterischen Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Problemwahrnehmung und die Sensibilisierung der fünf Sinne (hier: visuell und kinästhetisch) innerhalb des kreativen Prozesses: Eine große Fläche wird mit einem Team gemeinsam gestaltet, wobei der Farbauftrag möglichst spontan und ohne Pinsel erfolgen soll, d.h. es werden gefüllte Luftballons, Spritzen, Luftpumpen, alte Gießkannen, Siebe etc. eingesetzt, um die möglichst wasserlöslichen Farben auf die Wand (oder Ähnliches) zu bringen.

A wie Advocatus Diabolo

Diese Technik gehört zu den  intuitiv-phantasieanregenden Kreativitätstechniken. Sie eignet sich als Provokationstechnik für die Ideenfindung innerhalb des kreativen Prozesses. Ein Gruppenmitglied schlüpft dabei in die Rolle des "Teufels Advokaten" und stellt viele provokante Thesen zu der zu lösenden Aufgabe oder dem zu lösenden Problem auf, um den Ideefluss der Gruppenmitglieder anzuregen. Der Advocatus Diabolo kann auch zu einem gültigen Argument eine provozierende Gegenthese aufstellen, die irritiert und zu neuen Ideen führt.

A wie AIDA-Formel

Diese Technik gehört zu den intuitiv-phantasieanregenden Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Ideenrealisation innerhalb des kreativen Prozesses, indem sie als Präsentationsmethode eine neu entwickelte Idee optimal kommunizieren hilft. DAbei dienen ihr folgende Akronyme: A wie attention (Aufmerksamkeit erregen), I wie interest (Interesse wecken), D wie desire (Wünsche erzeugen), A wie action (zur Handlung führern). Diese Technik wird auch als Meßskala zum Überprüfen von Werdebotschaften oder beim Schreiben von Geschäftsbriefen verwendet.

A wie Aktions-Timeline

Diese Technik gehört zu den logisch-analytischen Kreativitätstechniken, die sich besonders gut im Bereich des Projektmanagement bewährt hat und innerhalb des  kreativen Prozesses zur Ideenrealisation gehört. Alle anstehenden Aufgaben werden in Form einer Zeitlinie visualisiert und chronologisch geordnet, um einen Überblick über den exakten Ablauf der Umsetzung aller anstehenden Aufgaben zu bekommen. Eine Verfeinerung dieser Technik stellt die sog. Netzplantechnik dar.

A wie Allmacht

Diese Technik gehört zu den intuitiv-phantasieanregenden Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Ideenfindung innerhalb des kreativen Prozesses und arbeitet mit einer der typischen "Was wäre, wenn ... -Fragen". Gruppenteilnehmer werden aufgefordert, sich vorzustellen, dass sie alle Macht der Erde hätten, um das anstehende Problem zu lösen. Die dabei entstehenden Phantasien werden solange mit den real vorhandenen Rahmenbedingungen abgelichen, bis machbare Lösungen entstehen.

A wie Alpenmethode oder Alpentechnik

Diese Technik gehört zu den logisch-analytischen Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Ideenrealisation innerhalb des kreativen Prozesses und insbesondere dafür, Tages- und Wochenpläne aufzustellen. Ihre Akronyme bedeuten: A wie Aufgaben zusammenstellen, L wie Länge der Tätigkeiten einschätzen, P wie Pufferzeiten reservieren, E wie Entscheidungen treffen (Prioritäten, Kürzungen), N wie Nachkontrolle, Notizen ins den Zeitplaner übertragen.

A wie Alte Mauern

Diese Technik gehört zu den freien gestalterischen Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Problemwahrnehmung und die Sensibilisierung der fünf Sinne (hier: visuell) innerhalb des kreativen Prozesses. Mauern, deren Putz teilweise abgebröckelt ist oder Wälle aus zusammengefügten Feldsteinen regen dazu an, darauf Formen und Figuten von Menschen und Tieren zu entdecken. Schon Leonardo da Vinci empfahl diese Wahrnehmungsübung.

A wie As if (Was wäre, wenn ...)

Diese Technik gehört zu den intuitiv-phantasieanregenden Kreativitätstechniken. Sie eignet sich als Imaginationstechnik für die Ideenfindung innerhalb des kreativen Prozesses, indem sie durch provozierende Fragen die Realität vorübergehend außer Kraft setzt und damit alte Denkmuster aufbricht: Dabei können zwei Arten von provozierenden Fragen gestellt werden: 1. Fragestellungen irrelevanter Natur (z.B. "Was wäre, wenn das Jahr vierzehn Monate hätte?" oder "Was wäre, wenn es Fische regnen würde?" und  2. Fragestellungen, die sich konkret auf die Aufgabenstellung beziehen (z.B. "Was wäre, wenn man aus Abfall Häuser bauen könnte?" oder "Was wäre, wenn man in den Chefetagen nur noch weibliche Führungskräfte finden würde?")

A wie Attribute Listing (nach Robert P. Crawford)

Diese Technik gehört zu den logisch-analytischen Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Ideenfindung innerhalb des kreativen Prozesses, indem sie in vier Schritten die Verbesserung und Weiterentwicklung eines vorhandenen Produktes oder Verfahrens erarbeitet statt eine Neuerfindung zu entwickeln. Das zu verändernde Produkt oder das zu verändernde Verfahren wird in seine Einzelelemente (Attribute) aufgeteilt und diese werden dann systematisch variiert. Auf diese Weise können neue attraktive Lösungen entstehen.

A wie Aquarellieren

Diese Technik gehört zu den freien gestalterischen Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Problemwahrnehmung und die Sensibilisierung der fünf Sinne (hier: visuell) innerhalb des kreativen Prozesses, indem zuvor angefeuchtetes Spezialpapier mit verschiedenen Aquarellfarben betupft, bespritzt oder bepinselt wird. Der Farbauftrag verläuft dabei, sodass Zufallsformen entstehen. Die Ergebnisse können dan ninterpretiert und ggf. anschließend mit einem neuen Farbauftrag oder Überzeichnungen stärker akzentuiert werden.

B wie Basic-Synectics (nach Bernd Rohrbach)

Diese Technik gehört zu den intuitiv-phantasieanregenden Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Problemwahrnehmung, die Problemformulierung und die Ideenfindung, innerhalb des kreativen Prozesses da sie einen formalen, von Prof. Rohrbach entwickelten Ablauf nutzt. Sie gehört zu den den klassischen Analogietechniken und nutzt das Prinzip der Entsprechung, Ähnlichkeit oder Übereinstimmung, indem scheinbar zusammenhanglose Dinge in Verbindung gebracht werden, um daraus neue Ideen zu generieren.

B wie Bedingungsanalyse

Diese Technik gehört zu den logisch-analytischen Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Ideenrealisation, indem sie fördernde und hemmende Bedingungen in Bezug auf eine Aufgabenstellung herauskristallisiert. Dazu wird zu einem Brainstorming eingeladen, wobei zwei Spalten zu bearbeiten sind: In die erste Spalte werden die Ideen eingetragen, die die Erfüllung der Aufgabe bzw. die erarbeitete Problemlösung unterstützen, in die zweite Spalte werden Ideen eingetragen, die die Erfüllung der Aufgabe bzw. die erarbeitete Problemlösung bremsen. Auf diese Weise lässt sich eine überprüfen, ob die neue Idee realisierbar ist.

B wie Begrüßungsformen

Diese Technik gehört zu den freien gestalterischen Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Problemwahrnehmung und die Sensibilisierung der fünf Sinne (hier: visuell und kinästhetisch) innerhalb des kreativen Prozesses, indem Teammitglieder ohne Worte durch einen großen Raum gehen und einander auf höchst unterschiedliche und originelle Art bei jeder Begegnung begrüßen, wozu Kopfbewegungen, Gesten, Mimikvariationen, Körperkontaktformen und Pantomimen gehören.

B wie Bildmappen-Brainwriting - BBB-Methode (nach Batelle-Institut)

Diese Technik gehört zu den intuitiv-phantasieanregenden Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Ideenfindung innerhalb des kreativen Prozesses. Nach einem Auftakt-Brainstorming, die zu ersten spontanen Lösungen führen, bekommen die Gruppenmitglieder eine vorbereitete Bildmappe und dreißig Minuten Zeit, um in Einzelarbeit durch die Betrachtung der Bilder spontane Assoziationen zu bilden und neue Lösungsansätze zu entwickeln. Anschließend präsentiert jeder seine Ergebnisse vor der Gruppe und regt damit weitere Ideen an.

B wie Bionik (nach Jack E. Steele)

Diese Technik gehört zu den intuitiv-phantasieanregenden Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Ideenfindung innerhalb des kreativen Prozesses. Sie gehört zu den Analogietechniken und fragt: "Wie hat die Natur dieses Problem gelöst?" Auf diese Weise entstehen Lösungsansätze, die sich von der Natur und deren Funktionsweisen inspirieren lassen. Typische Beispiele sind z.B. komplexe Straßenführungen, der Reissverschluss, der Klettverschluss oder der Hubschrauber. Hier werden also Vergleiche und Entsprechungen aus der Natur dafür verwendet, technische Lösungen zu finden.

B wie Bisoziation (nach Arthur Koestler)

Diese Technik gehört zu den intuitiv-phantasieanregenden Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Ideenfindung innerhalb des kreativen Prozesses. Sie unterscheidet sich von der reinen Assoziation dadurch, dass komplexe Zusammenhänge, also eine Grundidee, ein Konzept oder eine Technik mit einer anderen Idee, einem anderen Konzept oder einer anderen Technik kombiniert wird, um zu einer völlig neuen Idee zu gelangen. Z.B. hatte Sigmund Freud im Zusammenhang mit der sog. weiblichen Hysterie (von griech. hysteron = Gebärmutter) eine Verknüpfung zwischen Sexualität, Kind und Eltern hergestellt, die dann auch eine  sog. männliche Hysterie zuließ, was ihm zur damaligen Zeit Spott, Beschimpfungen und Ablehnung eintrug, da die Hysterie aufgrund ihrer Wortbedeutung ja "logischerweise" nur bei Frauen vorkommen konnte. Gutenberg kombinierte die Eigenschaften der Weinpresse mit deneneines Stempels, um Münzen zu prägen, woraus der Buchdruck entrstand.

B wie Bleigießen

Diese Technik gehört zu den freien gestalterischen Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Problemwahrnehmung und Sensibilisierung der fünf Sinne (hier: visuell) innerhalb des kreativen Prozesses. Erhitztes flüssiges Blei (alternativ: flüssiges Wachs) wird in kaltes Wasser gegossen und erstarren gelassen, die dabei entstandenen Zufallsformen werden anschließend interpretiert.

B wie Blindenspaziergang

Diese Technik gehört zu den freien gestalterischen  Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Problemwahrnehmung und die Sensibilisierung der fünf Sinne (hier: kinästhetisch) innerhalb des kreativen Prozesses, indem sie eine Person bittet, sich die Augen zu verbinden, um von einer anderen Person durch eine bekannte oder unbekannte Umgebung geleitet zu werden (Vertrauensbasis muß vorher geklärt sein).  Der Blindenführer veranlaßt die vorübergehend nicht sehende Person ,mit deren Händen verschiedene Oberflächen abzutasten und so ungewöhnliche haptische Erfahrungen zu machen.

B wie Blitzlicht

Diese Technik gehört zu den intuitiv-phantasieanregenden Kreativitätstechniken. Sie eignet sich als Feedbacktechnik für die Ideenbewertung innerhalb des kreativen Prozesses: Ein Ball oder ein Stift (als Mikrofon) wird jeweils im Team weitergereicht, um damit zu demonstrieren, dass zur Zeit nur eine Person sprechen soll. Jeder ist gehalten, nacheinander eine Rückmeldung zu den erarbeiteten Vorschlägen zu geben, ohne diese zu begründen. Kommentare und Bezüge sowie Bewertungen zu den Feedback-Äußerungen von anderen Teammitgliedern sind nicht gestattet.

B wie Bonushamster

Diese Technik gehört zu den intuitiv-phantasieanregenden Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Ideenbewertung innerhalb des kreativen Prozesses. Sie hat das Ziel, die positiven Aspekte oder Argumente  für eine Idee oder Lösung mit den negativen Aspekten oder Einwände gegen eine Idee oder Lösung ins Gleichgewicht zu bringen. Dazu werden bestimmte Spielregeln aufgestellt, die jedes Teammitglied dazu zwingt, für jeden geäußerten Einwand auch positive Vorschläge zu machen.

B wie Bodypainting

Diese Technik gehört zu den freien gestalterischen Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Problemwahrnehmung und die Sensibilisierung der fünf Sinne (hier: visuell und kinästhetisch) innerhalb des kreativen Prozesses, indem die gesamte nicht bedeckte oder bekleidete Hautoberfläche eines Menschen mit schadstofffreier Farbe oder Schminke verziert wird, entweder durch eine eigene Bemalung oder durch eine andere Person. Anleihen und Inspirationen dazu können u.a. von Abbildungen der Körperverzierungen von Angehörigen archaischer Kulturen genommen werden.

B wie Brainfloating

Diese Technik gehört zu den intuitiv-phantasieanregenden Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Ideenfindung innerhalb des kreativen Prozesses, indem sie dazu anregt, Fragen zu formulieren, in der Themen aus verschiedenen Bereichen zusammengeführt werden, wobei möglichst viele Sinne mit einbezogen werden, z.B. "Wenn diese Zahnpasta eine Pflanze wäre, wie würde sie sich dann anfühlen?". Durch eine vorgegebene Phasenabfolge werden die dabei entstehenden Einfälle ergänzt und weiter ausgearbeitet.

B wie Brainstorming klassisch (nach Alex F. Osborn) 

Diese Technik gehört zu den intuitiv-phantasieanregenden Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Ideenfindung innerhalb des kreativen Prozesses, indem in einer Gruppe oder in Bezug auf eine Einzelperson dazu angeregt wird, zu einem vorgegebenen Thema möglichst viele neue und ungewöhnliche Ideen zu äußern. Dieses spontane Gedankenäußern soll völlig ohne Bewertung stattfinden (Grünlichtphase). Dafür gelten folgende Regeln: 1. Quantität vor Qualität, 2. Keine Kritik oder Bewertung, 3. Alle Ideen werden festgehalten, 4. Je ausgefallener desto besser. Erst nachdem möglichst viele Ideen geäußert worden sind, werden diese anschließend bewertet (Rotlichtphase).

B wie Brainwriting 635 (nach Bernd Rohrbach)

Diese Technik gehört zu den intuitiv-phantasieanregenden Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Ideenfindung innerhalb des kreativen Prozesses und wird folgendermaßen durchgeführt: Sechs Gruppenteilnehmer schreiben jeweils drei Lösungsideen zu einem zu lösenden Problem oder einer zu lösenden Aufgabe in fünf Minuten auf ein Blatt Papier, danach rotieren die Aufzeichnungen so lange, bis jeder seine ursprüngliche Seite vor sich liegen hat.

B wie Brainwalking (klassisch)

Diese Technik gehört zu den intuitiv-phantasieanregenden Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Ideenfindung innerhalb des kreativen Prozesses. Auf in einem Raum verteilte Plakate an Stellwänden  - oder direkt an der Wand oder an Fensterscheiben angebracht - werden Einfälle notiert, sodass jeder im Raum diese sehen kann. Die Gruppenmitglieder werden dazu angehalten, sich im Raum zu bewegen und die Plakate dabei zu betrachten. Durch die Bewegung im Raum kommt auch Bewegung in die Köpfe, sodass der gesamte kreative Prozess davon profitieren kann.

C wie Camelot-Technik (nach James M. Higgins)

Diese Technik gehört zu den intuitiv-phantasieanregenden Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Ideenfindung innerhalb des kreativen Prozesses. Bezogen auf eine Aufgabe oder eine Problemstellung wird ein umfangreiches idealtypisches Szenario entworfen, ein "Camelot", wie in der König Arthus Legende. Dieses Szenario wird danach daraufhin analysiert, inwiefern es der aktuellen Situation entspricht. Folgende Fragen werden gestellt: 1. Was sind die Unterschiede? Wie sehen sie aus? 2. Warum existieren diese Unterschiede? Was sind die Gründe dafür? 3. Welche a) Probleme und b) Möglichkeiten ergeben sich aus den Unterschieden?

C wie CATWOE-Technik (nach Peter Checkland und Jim Scholes)

Diese Technik gehört zu den logisch-analytischen Kreativitätstechniken. Sie eignet sich u.a. für die Problemformulierung innerhalb des kreativen Prozesses. Diese Technik betrachtet nicht direkt das zu definierende  Problem, sondern konzentriert sich auf das umgebende System, indem es mit Formulierungen arbeitet wie: "Ein System, das ... herstellt", "Eine Einrichtung, die ... erreicht" oder "Eine Vorrichtung, die zu ... dient". Dann werden folgende Akronyme verwendet: C wie  Costumers - die Kunden des Systems, A wie Actors - die Darsteller des Systems, T  wie Tranformationsprocess = Die Schritte des Systems, W wie World View - die Weltanschauung des Systems, O wie Owners - die Eigentümer, E = Environmental Contrains - die Grenzen des Systems.

C wie Checkliste

Diese Technik gehört zu den logisch-analytischen Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Problemformulierung innerhalb des kreativen Prozesses, indem sie aus einer Reihe von Fragen oder Gesichtspunkten besteht, die man im Zusammenhang mit der Lösung eines Problemes oder einer Aufgabe nicht übersehen sollte. Diese Listen helfen, den Überblick über die Komplexität des Gesamtthemas zu behalten und sie verhindern, dass wichtige Überlegungen nicht unter den Tisch fallen. Die bekannteste Checkliste ist die Einkaufsliste ;-)

C wie Clustern

Diese Technik gehört zu den logisch-analytischen Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Ideenfindung innerhalb des kreativen Prozesses, indem sie nach einer zuvor stattgefundenen Ideensammlung (z.B. auf Moderationskarten, Notizzetteln, Skizzen) eine Übersicht nach Oberthemen bzw. Kategorien erstellt. Diese Strukturierung durch Clusterbildung kann entweder vorher festgelegt worden sein oder sich erst im Nachhinein ergeben. An das Clustern können dann Auswahltechniken angeschlossen werden, die zur Ideenbewertung führen.

C wie Collage

Diese Technik gehört zu den freien gestalterischen Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Problemwahrnehmung und die Sensibilisierung der fünf Sinne (hier: visuell)  innerhalb des kreativen Prozesses. Auf einem großen weißen Blatt Papier werden Bildelemente aufgeklebt, die zuvor - passend zu einem gegebenen Thema - aus Zeitschriften ausgeschnitten und neu miteinander kombiniert werden können. Auch aufgeklebte ausgeschnittene Worte oder andere Materialien können die Collage vervollständigen. 

C wie Collective Notebook (nach Charles Hutchison Clark)

Diese Technik gehört zu den intuitiv-phantasieanregenden Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Ideenfindung innerhalb des kreativen Prozesses, indem jedes Gruppenmitglied eines Teams ein Heft oder Arbeitsbuch erhält, in welchem die Problemformulierung zu finden ist. Über einen bestimmten Zeitraum, z.B. einen Monat lang, sollen dann alle am Ideenfindungsprozess beteiligten Personen täglich mindstens eine Idee dort notieren. Nach Ablauf der Frist werden die Notizen eingesammelt und weiterverarbeitet.

C wie Creative Casting (nach Harald Braem)

Diese Technik gehört zu den freien gestalterischen Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Problemwahrnehmung innerhalb des kreativen Prozesses, indem vielfältige Aktionen, die eine ganzheitliche Wahrnehmung anregen sollen, von den Teammitgliedern oder von Einzelpersonen durchgeführt werden. Dazu gehört zu einem vorgegebenen Thema z.B. unterschiedlichste Materialien zu sammeln, fremde Orte aufzusuchen, Menschen zu befragen, neue Sinneseindrücke dazu aufzunehmen etc. Alle Ergebnisse sollen dann in eine persönliche Ausdruckscollage (mood chart) Eingang finden und werden dann weiter verarbeitet.

C wie Creative Hero (nach Michael Luther)

Diese Technik gehört zu den intuitiv-phantasieanregenden Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Ideenfindung innerhalb des kreativen Prozesses, indem in Bezug auf ein Problem oder eine Aufgabenstellung ein imaginärer Meister oder eine imaginäre Helferin um Rat gefragt wird. Diese Heldin (female hero) oder dieser Held (male hero) kann eine existierende, eine nicht mehr lebende oder eine ausgedachte phantasierte Person sein. Folgende Fragen könnten gestellt werden: "Welche Ideen würde diese Person haben?", "Welche Fragen würde sie stellen, was würde sie wissen wollen?", "Wie würde sie das Problem angehen bzw. bewältigen?" "Aus welchem Fundus, aus welchen Quellen würde sie schöpfen?"

D wie Daumenkino

Diese Technik gehört zu den freien gestalterischen Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Problemwahrnehmung und die Sensibilisierung der fünf Sinne (hier: visuell) innerhalb des kreativen Prozesses, indem sie dazu anregt, auf einem Zettelblock Seite für Seite spontan nacheinander Scribbles anzubringen bzw. zu zeichnen, die die veränderte Körperhaltungen eines Strichmännchens darstellen. Wird der Zettelblock anschließend mit der Daumenspitze schnell durchgeblättert, entsteht ein filmartiger überraschender Bewegungsablauf der Figur, wie er zuvor nicht erwartet wurde.

D wie Delphi-Befragung

Diese Technik  gehört zu den intuitiv-phantasieanregenden Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Ideenfindung innerhalb des kreativen Prozesses, indem sie eine (anonyme) Expertenbefragung in Hinblick auf zukünftige Entwicklungen (Orakel von Delphi!) durchführt. Die Experten werden einzeln und getrennt voneinander befragt, um die Nachteile der Gruppendynamik zu vermeiden. Die Ergebnissewerden durch ein gesondertes Verfahren von extremen Meinungen, Vorurteilen und Fehleinschätzungen bereinigt.  

D wie Destruktiv-konstruktives Brainstorming

Diese Technik gehört zu den intuitiv-phantasieanregenden Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Ideenfindung innerhalb des kreativen Prozesses, indem sie davon ausgeht, dass Kritik immer auch ein Teil der Lösung eines Problems liefern kann. Zu einer Aufgabenstellung bzw. einem zu lösenden Problem werden deshalb zuerst möglichst viele Schwachstellen und negative Argumente per Brainstorming (daher destruktives Brainstorming) zusammengestellt, wie z.B. Kritik an der derzeitigen Situation oder eine skeptische Einstellung zu der zu erwartenden Problemlösung. Danach findet eine Unterbrechung statt und alle Teammitglieder sammeln sich an einem anderen Ort mit neuen Rahmenbedingungen. Hier findet dann das konstruktive Brainstorming statt, in dem allgemeine neue Lösungen ersonnen werden und speziell Lösungen für die erkannten Schwachstellen.

D wie Direkte Analogie

Diese Technik gehört zu den intuitiv-phantasieanregenden Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Ideenfindung innerhalb des kreativen Prozesses, indem sie Entsprechungen und Vergleiche in Bezug auf die Aufgabenstellung bzw. das Problem verwendet, indem sie Fragen stellt wie: "Was kann mit dieser Situation, mit diesem Problem verglichen werden? Das ist doch wie ..." Durch den Vergleich paralleler vorgänge aus völlig unterschiedlichen Wissensgebieten kann ein neues Verständnis für Problemlösungen entstehen.

D wie Dissoziation

Diese Technik gehört zu den intuitiv-phantasieanregenden Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Ideenfindung innerhalb des kreativen Prozesses, indem sie dazu inspiriert, gedanklich vorübergehend aus dem eigenen Körper herauszugehen und in einen anderen Menschen, in Tiere, Gegenstände, Landschaften, Dinge oder Kunstfiguren zu schlüpfen, um aus dieser Perspektive der "geliehenen Identität" neue Ideen zu entwickeln.

D wie Divergentes Denken (nach Joy Paul Guilford)

Diese Technik  gehört zu den intuitiv-phantasieanregenden Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Ideenfindung innerhalb des kreativen Prozesses und stellt eine grundsätzliche Art des Denkens dar, die intuitiv, offen, unsystematische und spielerisch an Problemlösungen herangeht, wobei Denkblockaden und kritische Einwände ausgeschaltet sind. Das divergente Denken führt in der Regel zu mehreren mögliche Problemlösungen, wobei das sog. konvergente Denken nur eine mögliche Lösung anerkennt.

D wie Doppelkopf (nach Harald Braem)

Diese Technik gehört zu den intuitiv-phantasieanregenden Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Ideenfindung innerhalb des kreativen Prozesses und wird grundsätzlich zu zweit durchgeführt, indem zwei polarisierende Rollen verteilt werden: Die 1. Person steht für das logisch-sachliche Kritisieren, das Präsentieren klarer Fakten, warum etwas nicht geht sowie das Außerachtlassen von Gefühlen. Die 2. Person steht für das emotionale Dagegenargumentieren, das einwerfen unlogischer Argumente und das Schweifen der Phantasie. Nach einem vorgegebenen Ablaufplan werden die Rollen getauscht, die jeweiligen Äußerungen fixiert und kommentiert, Collagen dazu entwickelt und alles ins Positive gewendet. 

D wie Dreiklang (nach Harald Braem)

Diese Technik gehört zu den intuitiv-phantasieanregenden Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Ideenfindung innerhalb des kreativen Prozesses, indem sie nach dem Prinzip der Synästhesie vorgeht: Dabei werden Sinnesebenen miteinander in Beziehung gesetzt, die normalerweise nichts miteinander zu tun haben, weil sie aus unterschiedlichen Repräsentationssystemen stammen. Gruppenmitglieder werden mit Fragen konfrontiert, die nach dem Muster angefertigt sind wie "Wenn dieses Getränk eine Kerze wäre, wie würde sie dann singen?" (Dreikomponentenfrage). Danach findet eine formale Abfolge von weiteren Arbeitsschritten statt, die den Ideenfluss durch den Einsatz der Sinne weiter anregt.

D wie Droodles

Diese Technik gehört zu den freien gestalterischen Kreativitätstechniken. Sie eignet sich für die Problemwahrnehmung und die Sensibilisierung der fünf Sinne (hier: visuell) innerhalb des kreativen Prozesses, indem innerhalb eines vorgegebenen quadratischen oder rechteckigen Rahmens einfache Striche, Linie, Kurven etc. eingezeichnet sind. Der Betrachter soll aus diesem Ausschnitt eine ganzen Gestalt entwickeln, zu der der Inhalt dieser Teilansicht paßt. Bekannt ist z.B. das Droodle einer Giraffe, die außen vor einem Fenster vorbeischreitet, sodass der im Raum Befindliche nur einen Ausschnitt des langen Halses (zwei parallele Linien mit Flecken darauf) sieht. 

Bei Interesse nehmen Sie bitte Kontakt zu mir auf. Vielen Dank! 

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