Verhaltensbezogene Kreativitätstechniken von E - H

Von Ent-Täuschungstechnik bis Helfende Freunde

Die unten dargestellten verhaltensbezogenen Kreativitätstechniken (VKT) eignen sich insgesamt vorwiegend für den Bereich der mittel- und langfristigen Persönlichkeitsentwicklung, wie sie durch das berufliche Coaching von einzelpersonen, durch Selbstcoaching oder durch ein mehrere Monate dauerndes Kreativitätstraining angestrebt werden kann. Falls Sie in einem kreativen oder künstlerischen Beruf arbeiten oder in Ihrem Leben oder Beruf mehr Platz für kreative vorhaben schaffen möchten, dann könnten die verhaltensbezogenen Kreativitätstechniken (VKT) für Sie interessant sein. Diese teilweise sehr ungewöhnlichen Verfahren unterstützen Sie in Ihrer Selbstreflektion in Beruf und Alltag, regen zur Biografiearbeit an, machen Mut zum eigenen Persönlichkeitsprofil und stärken Ihre innere Widerstandskraft (Resilienz), was wiederum Ihrem Selbstmanagement zugute kommt

Darüber hinausbieten sich für das jeweilige Projektmanagement Ihrer Vorhaben etliche prozessbezogenen Kreativitätstechniken (PKT) von A - Z an, wie Sie diese ganz unten auf der Seite des Menüpunktes Kreativitätstechniken finden.

E wie Ent-Täuschungstechnik (nach Lilo Endriss)

Diese Technik gehört zu den verhaltensbezogenen Kreativitätstechniken, indem sie für den Abbau der emotionaler Blockierungen der Kreativität sorgt. Sie werden dazu angeregt , eine Liste von Enttäuschungen in Ihrem Leben zusammenzustellen, in denen Ihr kreatives inneres Kind missachtet oder ignoriert wurde. Danach werden Sie aufgefordert, diese Sammlung von Missachtungen und Entwertungen unter dem Gesichtspunkt des Loslassens und ggf. des Verzeihens zu bearbeiten und sich zu überlegen, wie Sie heute als erwachsener Mensch gut für sich sorgen können und wen Sie dabei um Unterstützung bitten können.

F wie Faszinations-Tagebuch (nach Lilo Endriss)

Diese Technik gehört zu den verhaltensbezogenen Kreativitätstechniken, indem sie dem Abbau der wahrnehmungsbedingten Blockierungen der Kreativität dient. Sie werden dazu aufgefordert, sich ein Notizbuch anschaffen, in das Sie alltägliche Begebenheiten eintragen, die Sie persönlich interessant und faszinierend finden. Sie können das Notizbuch auch stets bei sich tragen und Ihren Worten auch Skizzen beifügen. In jedem Falle sollen Sie dabei darauf achten, dass Sie möglichst viele Sinne benutzen und diese in Ihren Aufzeichnungen auch benennen können. Alles, was von Ihnen als attr<ktiv, erwähnenswert, überraschend oder originell wahrgenommen bzw, interpretiert wird passt dort hinein.

F wie Fehlertoleranz (nach Lilo Endriss)

Diese Technik gehört zu den verhaltensbezogenen Kreativitätstechniken, indem sie sich sich mit dem Abbau emotionaler Blockierungen der Kreativität  beschäftigt. Sie werden dazu inspiriert, eigene Fehler und Misserfolge zu erkennen, sich diese zu verzeihen und selbige dann zu korrigieren. Wichtig dabei ist, dass Sie sich und Ihr Selbstwertgefühl nicht selbst mit dem Fehler oder dem Misserfolg gleichsetzen, sondern ihn von Ihrem Selbstwertgefühl abkoppeln. Hilfreich dabei ist die Bestimmung des sog. Fiaskofaktors, der Ihnen zeigt, inwiefern Sie eine Situation nur als (verzeihlichen) Fehler oder im Extremfall als eigenes völliges menschliches Versagen bewerten, wonach sich dann Ihre Motivation richtet, etwas wieder gut zu machen. Nur durch das Bewsusstmachen  dieser Zusammenhänge können Sie für sich und Ihr Umfeld eine konstruktive innere und äußere Fehlerkultur entwickeln.

F wie Friedenspfeife

Diese Technik gehört zu den verhalltensbezogenen Kreativitätstechniken, indem sie den Abbau der Blockierungen der Kreativität im Bereich der Ausdrucksfähigkeit unterstützt. Sie werden dazu   angeleitet, sich darin zu üben, Konflikte als solche zu erkennen, um diese konstruktiv zu bearbeiten. Konflikte, die unter den Teppich gekehrt werden, bremsen Ihre Ausdrucksfähigkeit auch im schöpferischen Bereich. Die Regel "Störungen haben Vorrang" gilt nicht nur für Gruppenprozesse, sondern auch für Ihre konfliktbesetzten Interaktionen mit anderen Einzelpersonen und Ihre eigenen inneren Konflikte.

F wie Frühe Muster (nach Julia Cameron)

Diese Technik gehört zu den verhaltensbezogenen Kreativitätstechniken, indem sie den Abbau der emotionalen Blockierungen der Kreativität anregt. Das mangelnde Vertrauen in die eigenen schöpferischen Fähigkeiten hängt in der Regel mit Konditionierungen aus der frühen Kindheit zusammen, entweder nach dem Motto: "Du kannst ja nichts!" oder nach dem Motto: "Du musst alles mit Leichtigkeit - sozusagen mit links - erledigen!". Eine Liste mit Aussagen im Zusammenhang mit Kreativität wie "Mir wurde als Kind gesagt ..." oder "Als ich klein war, habe ich gelernt, dass ..." regt dazu an, diese Sätze individuell zu ergänzen und sich dadurch dieser frühen Muster bewusst zu werden.

F wie Fünf-Sinne-Palette (nach Lilo Endriss)

Diese Technik gehört zu den verhaltensbezogenen Kreativitätstechniken, indem sie den Abbau der wahrnehmungsbedingten Blockierungen der Kreativität fördert. Sie werden darum gebeten, sich zu entspannen und laut vor sich hin zu sprechen oder "innerlich laut zu denken", was Sie gerade in diesem Moment fühlen, sehen, hören, schmecken, riechen. Diese Technik können Sie jederzeit im Alltag, z.B. in Wartesituationen, durchführen. Sie fördert gleichzeitig die sog. Gewahrsamkeit.

G wie Geduldsspiel

Diese Technik gehört zu den verhaltensbezogenen Kreativitätstechniken, indem sie den Abbau der emotionalen Blockierungen der Kreativität übt. Sie werden dazu aufgefordert, sich durch die Beschäftigung mit Geduldsspielen darin zu trainieren, sich zu konzentrieren und durchzuhalten, bis Sie ein zufriedenstellendes Ergebnis vorliegen haben. Nehmen Sie sich dafür jeweils ausreichend Zeit. Stellen Sie sich eine Sammlung mit bildschönen Lieblings-Geduldsspielen zusammen.

G wie Gemeinheiten mir gegenüber (nach Julia Cameron)

Diese Technik gehört zu den verhaltensbezogenen Kreativitätstechniken, indem sie den Abbau der emotionalen Blockierungen der Kreativität unterstützt. Sie werden dazu animiert, sich eine Liste von zehn Arten zusammenzustellen, wie Sie zu sich selbst gemein sind. Dadurch verdeutlichen Sie sich das Negative in Ihrem Leben, um es dann Stück für Stück aus Ihrem Leben zu verbannen. Formulieren Sie Sätze nach dem Schema: "Ich bin mir selbst gegenüber gemein, indem ich ...!" Ergänzen Sie den jeweiligen Satz dadurch, wie Sie diese Gemeinheit aus Ihrem Leben verbannen.

G wie Gerüchte-Küche (nach Lilo Endriss)

Diese Technik gehört zu den verhaltensbezogenen Kreativitätstechniken, indem sie den Abbau der verstandesbedingten Blockierungen der Kreativität veranlasst. Sie werden dazu eingeladen, sich nicht allzu viele Gedanken über die Meinung anderer zu machen. Falls Sie dazu neigen, Vermutungen darüber anzustellen, was Ihre Nachbarn, Familienmitglieder, Arbeitskollegen, Freunde und Bekannte über Sie denken, dann eignen sich Fragen an Sie selbst wie folgende: 1. Welche Gerüchte-Küche könnte sich bei wem ergeben, wenn ich ein kreatives Projekt verwirkliche? 2. Was ist mir wichtig? Was ist meine Sicht der Dinge? Worauf würde ich verzichten, wenn ich mein Projekt nicht starte? Sie können sich auch bewusst zehn Minuten lang eine wunderbare Gerüchte-Küche mit viel Phantasie ausdenken - um sich dann zu Ihrem Einfallsreichtum zu gratulieren ...

G wie Goldenen Sterne (nach Lilo Endriss)

Diese Technik gehört zu den verhaltensbezogenen Kreativitätstechniken, indem sie den Abbau der emotionalen Blockierungen der Kreativität beeinflusst. Sie werden dazu angeregt, sich selbst gegenüber zu verpflichten, mehr positive Gefühle in Ihren Alltag zu integrieren. Dafür werden Sie angeleitet, Aktivitäten und Unternehmungenzusammenzustellen, die positive Gefühle in Ihnen persönlich auslösen. Jedes Mal, wenn Sie eine dieser Aktivitäten ausgeführt haben, dann markieren Sie dies mit einem goldenen Klebe-Stern in Ihrem Kalender. Sinn dieser Technik ist, einen möglichst dichten funkelnden Sternenhimmel im Kalender zu etablieren.

G wie Grünlichtphase

Diese Technik gehört zu den verhaltensbezogenen Kreativitätstechniken, indem sie den Abbau der verstandesbedingten Blockierungen der Kreativität anregt. Das Klassische Brainstorming unterscheidet zwischen einer ersten Phase, in der alle Ideen und Einfälle zu einem Thema geäußert werden sollen, damit der "Verkehrsfluss" der Gedanken rollt. Dazu gibt es Spielregeln, die die Produktion frier Assoziationen unterstützen: Es dürfen z.B. keine Killerphrasen geäußert oder Killerpantomimen gezeigt werden. Erst nach dieser Phase schließt sich dann die zweite Phase (Rotlichtphase) der Bewertung der Ideen an. Grundsätzlich sollten Sie sich immer klar darüber werden, wann Sie gedanklich Einfälle, Skizzen, Entwürfe etc. wertfrei produzieren - und wann sie damit beginnen, diese zu beurteilen. 

H wie Helfende Freunde (nach Julia Cameron)

Diese Technik gehört zu den verhaltensbezogenen Kreativitätstechniken, indem sie auf  den Abbau der sozialen bzw. umweltbedingten Blockierungen der Kreativität zielt. Sie werden darin bekräftigt, sich eine Liste von vertrauenswürdigen hilfsbereiten Freunden zusammenzustellen, Freunde, die Ihnen das Gefühl von Kompetenz und eigenen Möglichkeiten vermitteln und kaum mit Ihnen in Konkurrenz stehen, von denen Sie in der Vergangenheit wenig Neid und Missgunst Ihnen gegenüber erfahren haben. Benennen Sie auch deren unterstützenden Charakterzüge und Eigenschaften sowie typische Situationen aus der Vergangenheit und Gegenwart, in denen Sie Unterstützung für Ihre kreativen Projekte bekommen haben. Beachten Sie auch, ob Sie sich bisher bei  all diesen Freunden für deren Unterstützung bedankt haben.

Bei Interesse nehmen Sie bitte Kontakt zu mir auf. Vielen Dank!

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